Nachklang: Konzert "Hoffnungen"

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„Lasst, die ihr eingeht, alle Hoffnung fahren“ – die Inschrift über dem Tores zur Hölle in der Divina Commedia von Dante Alighieri beschreibt den äußersten Zustand der Hoffnungslosigkeit: radikaler Ausweglosigkeit. Wo Hoffnung fehlt, wird die Welt zur Hölle. 

IIn einer Zeit voller Unsicherheiten, Krisenerfahrungen und vielfältiger Herausforderungen richtete das Vokalensemble der Universität Passau bei seinem Sommersemesterabschlusskonzert 2026 den Blick bewusst auf die Hoffnung. Im Mittelpunkt stand dabei nicht eine abstrakte Idee, sondern Hoffnung als Grunddimension menschlichen Lebens – eine Haltung, die gerade in der Gegenwart neue Aktualität gewinnt.

Was gibt Hoffnung – jenes „Ding mit Federn“, wie Emily Dickinson sie nennt? Was lässt sie zu jenem „Zwilling des Menschen“ werden, der mit ihm geboren wird und ihn bis zuletzt begleitet, wie es der von Antonio Caldara vertonte Madrigaltext beschreibt?

Eine Antwort darauf gibt die christliche Tradition. Christliche Hoffnung hat Hand und Fuß – und einen Namen: Jesus Christus. Das kam in einigen der Chorwerke, darunter das uraufgeführte SPES des Ensemblemitglieds Philipp Ortmeier, und Texte zum Ausdruck – und an den beiden Konzertorten: Die Abtei St. Josef in Thyrnau verkörpert gelebte christliche Hoffnung – in der Gemeinschaft der Zisterzienserinnen, im beständigen Gebet, in der stabilitas loci, der Treue zum Ort, und in gelebter Gastfreundschaft. Und die Kirche St. Severin ist der Ort in Passau, an dem sich christliche Hoffnung am längsten bezeugt. Es ist die älteste im Mauerwerk erhaltene Kirche Passaus. Zugleich fordert sie die Hoffnung im Spiegel der menschlichen Begrenztheit wohl am stärksten herausfordert: Man betritt die Kirche über einen der ältesten Friedhöfe des deutschen Kulturraums.

Dass das Konzertprojekt „Hoffnungen“ mit Chor- und Cellomusik (Solistin war Anna Lang, die mit “Dead Swan” auch eine eigene Komposition zum Programm beisteuerte) und Texten (Rezitation: Friederike Baldin) sowohl inhaltlich als auch musikalisch überzeugte, zeigte sich an beiden Abenden in zwei voll besetzten Kirchen, lang anhaltendem Applaus und Standing Ovation. Die zahlreichen persönlichen Rückmeldungen des Publikums würdigten insbesondere die außergewöhnliche Programmkonzeption, die hohe musikalische Qualität sowie die kontinuierliche künstlerische Weiterentwicklung des Vokalensembles der Universität Passau.

Musikalisches Programm (in alphabetischer Reihenfolge und in Auswahl):

Kim André Arnesen (* 1980): „Even when He is silent“ Johann Christoph Bach (1642–1703): „Fürchte dich nicht“
Antonio Caldara (1670–1736): „La Speranza“
Philipp Ortmeier (* 1978): „Spes“ (ort98), [Uraufführung] mit Hildegard von Bingen (1098–1179): „Ego sum“ aus „ordo virtutum“
Christopher Tin (* 1976): „Hope Is the Thing With Feathers“

Texte von Romano Guardini, Václav Havel, Hanns Dieter Hüsch, Lothar Zenetti sowie aus der Bibel.

Foto: privat

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Publikation zur Ausstellung „Sünde, Tod und Auferstehung“